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Um die Wende zum 18. Jahrhundert brach eine Katastrophe über Bayern herein. Ausgelöst durch den Spanischen Erbfolgekrieg erwuchs der Bayerische Volksaufstand, der tausenden Menschen das Leben kostete. Im Oberland wurden bei der „Sendlinger Mordweihnacht“ die Aufständischen niedergemetzelt. Die entscheidende Schlacht im Bayerischen Unterland fand in und um Aidenbach am 8. Januar 1706 statt. Wutentbrannte einfache Leute, Bauern und Fahnenflüchtige erhoben sich gegen die tyrannische Besatzung Österreichs und kämpften erbittert gegen ein ausgebildetes Heer. Ihr Kampfesmut wurde leider nicht belohnt, alle Aufstände niedergeschlagen. Doch die Erinnerung bleibt. An mutige Menschen, die für ihre Freiheit – die Freiheit Bayerns – kämpften und nachwievor Vorbild für nachfolgende Generationen sind.
Der Podcast Grenzgänger „herent & drent“ ist ein gemeinschaftliches Interreg Projekt aus dem Jahr 2024 vom Tourismus Passauer Land mit dem Tourismusverband S’INNVIERTEL. Gute Nachbarschaft verbindet und so werden in den verschiedenen Podcasts die Gemeinsamkeiten gegenübergestellt.
In Folge #13 Dunkle Vergangenheit (erschienen im September 2024) spricht die Tourismus-Mitarbeiterin Stephanie Loibl über die Aidenbacher Bauernschlacht fürs Passauer Land und Johann Hermandinger aus Waldzell (Innviertel) in Österreich über die Auseinandersetzungen vergangener Zeiten an der Grenze zu Österreich.
Alle Folgen sind u.a. anzuhören unter https://grenzgaenger-podcast.eu/
Reinhören lohnt sich!
Interreg Bayern – Österreich 2021-2027 | Gemeinsam Grenzenlos Gestalten | Kofinanziert von der Europäischen Union
Am 8. Januar 2023 fand die Dokumentarfilmpremiere auf der Open-Air-XXL-Leinwand auf dem Freilichtspielgelände mit mehr als 300 Zuschauern statt. Die Idee zum gemeinsamen Projekt des Dokumentarfilms kam 2021 zustande, als Andreas Reichelt dem damaligen Herrn Bürgermeister Obermeier sein Buch „Der Sohn des Hofmarkrichters“ (Gmeiner Verlag) vorstellte. „Reichelt erschien uns durch seine umfangreichen Recherchen zum Buch und in seiner Tätigkeit als TV-Journalist als ausgezeichnete Wahl für die Umsetzung der Filmidee – er war sogleich begeistert“, berichtet der Bürgermeister vom ersten Kennenlernen. Der Film wurde durch die Kulturförderung der Markgemeinde finanziell unterstützt. „Natürlich kann man die hunderten Arbeitsstunden und die etlichen, durch die Coronapandemie und die Festspielabsage 2022 bedingten Umplanungen, nicht aufwiegen, wie auch die großartige ehrenamtliche Hilfe durch den Kultur- und Festspielverein Aidenbach. Aber das Endergebnis war schlussendlich jede Mühe wert“, so der Schöpfer des Films. Im Dokumentarfilm sind einige markante Orte zu sehen, die Schauplatz der Geschehnisse 1705 und 1706 waren. Reichelt reiste 2022 für Dreharbeiten mit Drohne und etlichen unterschiedlichen Kameras u.a. nach München, Postmünster und Braunau und drehte natürlich viel in Aidenbach und Umgebung, auch am Denkmal Reschdobl bei Egglham. Als Interviewpartner konnte er die Uni-Professorin Dr. Britta Kägler vom Lehrstuhl für Bayer. Landesgeschichte und europäische Regionalgeschichte sowie den ehemaligen bayerischen Staatsminister Bernd Sibler – ebenfalls studierter Historiker – gewinnen. „Die fundierten Informationen der Fachleute bereichern den Dokufilm ungemein“, schwärmt Reichelt, „ich mischte die Interviews mit Landschaftsaufnahmen aus der Vogelperspektive sowie Detailaufnahmen von wichtigen Belegen und Örtlichkeiten der Bauernschlacht.“ Außerdem enthält der Film einige Sequenzen des Aidenbacher Festspiels „Lieber bairisch sterben… Aidenbach 1706“.
Zeitzeugen und belesene Alt-Aidenbacher berichten ihre Erkenntnisse über die Aidenbacher Bauernschlacht und ihre Funde in und um Aidenbach
An drei markanten Orten um Aidenbach sind Bauernschlachtdenkmäler zur Erinnerung an die Aidenbacher Bauernschlacht errichtet worden: Handlberg, Kleeberg und Reschdobl. Steht man an diesen Orten, fühlt man die Historie, die sie umgibt. Mit etwas Fantasie sieht man vor dem geistigen Auge, wie sich Bauern und Kaiserliche auf den Hügeln gegenüber standen und erbitterte Kämpfe in den Höfen der Weiler ringsum stattfanden. Noch heute finden Bauern beim Ackern gelegentlich Überbleibsel dieser Schlacht. Stumme Zeugen einer düsteren Zeit in dieser jetzt so friedvollen Umgebung.
Denkmal zur Erinnerung an die 4000 gefallenen Bauern der Schlacht bei Aidenbach am 8. Januar 1706. Das „Bauernschlachtdenkmal Handlberg“ befindet sich Nähe der Ludwigstraße nach Ortenburg, Abzweigung links.
Unweit vom Aidenbacher Ortszentrum erhebt sich der Handlberg auf 390m ü. M.. Dieser Platz schien den Erbauern vom Patriotischen Verein 1866 genau richtig für das Denkmal an die Aidenbacher Bauernschlacht, das man schon von Weitem sehen kann. Das sieben Meter hohe Kruzifix mit Steinsockel wird von gewaltigen Laubbäumen flankiert. Jedes Jahr am 8. Januar schlängelt sich ein Gedächtnis-Fackelmarsch zum Handlberg, der Gänsehautstimmung garantiert. Übers Jahr ist das Denkmal Handlberg ein beliebter Platz zum Verweilen, Gedenken, Seele baumeln zu lassen und um den Blick ins Tal nach Aidenbach schweifen zu lassen.
kein durchgängig befestigter Weg
Fußweg ab Marktplatz Aidenbach zuweil schwer zu begehen bei Schlechtwetter
Fußweg ab Ludwigstraße nicht so steil ansteigend
Hoch über Beutelsbach steht das eiserne Kreuz mit Christusfigur seit 1933 auf einem Steinsockel. Mehrere Fußwege führen zu dem idyllischen Plätzchen am Waldesrand von Beutelsbach und vom Örtchen Kleeberg aus. Nach dem kurzen steilen Aufstieg wird der Besucher mit einem herrlichen Blick gen Beutelsbach und Aidenbach belohnt. Bei der heutigen friedlichen Stimmung kann man die Tragödie, die sich hier 1706 abspielte, kaum noch erahnen.
nicht durchgängig befestigter Weg
zuweil schwer zu begehen bei Schlechtwetter
Die beste Parkmöglichkeit bietet sich im Zentrum von Beutelsbach. Folgen Sie dann der Aidenbacher Straße und biegen Sie inetwa gegenüber des neuen Rathauses links in den Kleeberger Weg ab. Folgen Sie dem Weg bis zum Ende (Schotterweg), immer bergauf. Am Waldesrand auf der Anhöhe erblicken Sie dann das Denkmal weithin sichtbar über dem Ort.
Errichtet 1951 vom Patriotischen Verein Aidenbach zum Gedenken an die auf diesem Hügel bestatteten 640 Bauern, die bei der „Schlacht von Aidenbach“ am 8. Januar 1706 im sogenannten Spanischen Erbfolgekrieg gefallen sind.
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